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Solarzaun – ein Modell mit Zukunft?

Seit einigen Monaten werden Solarzäune immer wieder als eine Lösung für die Energiewende benannt. Wir werfen einen Blick auf die Technik und geben ihnen einige Informationen an die Hand.

Steigende Energiepreise, Effizienzfragen bei PV-Anlagen oder einfach nur die Reduktion von Kosten treiben immer mehr Menschen in die private Photovoltaik. 

Doch neben den klassischen Anlagen auf dem Dach haben sich seit nun mehreren Jahren bereits Alternativen auf dem Markt entwickelt, die immer interessanter für Privatanwender werden. Hierzu zählen z.B. auch Solarziegel oder Balkon-Solaranlagen, die lediglich über die Steckdose eingespeist werden und den Gang zum Fachbetrieb ersparen.

Eine ebenfalls neue Technologie sind Solar-Zäune. Insbesondere Unternehmen aus Deutschland haben sich auf deren Entwicklung eingeschossen. So gibt es neben Solarzäunen für den heimischen Garten nun auch Weidezäune als PV-Anlage. Diese Technik wird beispielsweise bereits auf Irlands Weiden erfolgreich eingesetzt. 

Was ist ein Solarzaun?

Ein Solarzaun unterscheidet sich in der Grundfunktion nicht von klassischen Zaunelementen: Man setzt sie ein, um sein Grundstück beispielsweise einzuzäunen. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass der Solarzaun aus hochstabilen Solarpanels besteht, der auch bis zu 23mm starke Hagelkörner unbeschadet überstehen kann.

Die Module haben eine typische Größe von ungefähr zwei Metern Höhe, der laufende Meter kostet zwischen 500 und 700 Euro zzgl. MwSt.

Pro Modul mit einem Meter breite könne man – je nach Hersteller – bis zu 300 kWh pro Jahr an Strom produziert werden, bei fünf Metern Zaunfläche in „guter Sonnenlage“ also durchaus 1500kWh.

Wie so oft ist auch in diesem Fall die Lage des Zauns ausschlaggebend über den Ertrag. Pauschalisieren kann man die erreichbaren Werte nicht. 

Fördermöglichkeiten

Bund, Länder und teilweise auch Kommunen stellen Zuschüsse für Photovoltaik-Projekte in Aussicht. Neben der PV-Anlage werden üblicherweise auch Wallboxen und Stromspeicher gefördert.

Unter diese Förderungen fallen normalerweise auch solche Solarzäune, die sich übrigens auch mit Speichern kombinieren lassen.

Wichtig ist, dass Sie die Installation nicht ohne Genehmigungen der Kommunen errichten dürfen. Eine Fachfirma übernimmt diese Arbeiten üblicherweise.

Praktische Beispiele

In der Schweiz findet sich beispielsweise ein Projekt, Solarzaun-Referenzprojekt, welches die Möglichkeiten im Privathaushalt aufzeigt. In Elsau bei Winterthur wurde ein 20 Meter langer Zaun mit einer Höhe von rund zwei Metern um ein Privatgrundstück aufgebaut. Der beidseitig beplankte Zaun produziert hierdurch morgens und abends Strom, da die Sonne von beiden Seiten daraufscheinen kann.

Der Besitzer des Zauns hat seine Strauchhecke gegen den Zaun getauscht. Dieser produziert ungefähr 3500 Kilowattstunden Energie pro Jahr, was fast vollständig den Bedarf des Eigenheims abdeckt.

Über die Kosten der Installation ist nichts bekannt. 

Ebenfalls in der Schweiz wurde ein Solarzaun als Weidezaun installiert. Die Höhe beträgt 2,15m, insgesamt 320 Meter lang. Der Freiland-Eierproduzent erwirtschaftet damit rund 52,9 kW Leistung, die Kosten amortieren sich nach Angaben des Herstellers vollständig selbst. 

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